Der Ruhpoldinger Talkessel, seit altersher auch "Miesenbacher Tal" genannt, wurde in der Eiszeit (vor etwa 15000 Jahren) vom Inn- und Salzach-Ferneis sowie von den örtlichen Gletschern des Rauschberges, Unternberges und des Hochfellns geformt. Ruhpolding mag schon im 6. Jhdt von einer bajuwarischen Sippe besiedelt worden sein (Ortsname: bei den Leuten des Ruhpold) doch setzte die eigentliche Besiedelung erst im 9. und 10. Jhdt von Inzell her ein.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 924, als "der Edle Graman sein Eigen Puochskeho" (der heutige Buchschachen) dem Erzbischof von Salzburg übergibt. Ab 1126 erscheint in Salzburger Urkunden mehrmals ein Rittergeschlecht von Miesenbach.
In Miesenbach wurde ein herzogliches Amt errichtet. Um 1400 entstand auf dem Bergfriedhof ein neues Kirchlein (gotisch). Schon 1424 wird schon urkundlich die "Taverne zu Ruhpolding" (jetzt Hotel Zur Post) erwähnt, welche Herzog Heinrich von Landshut der Stadt Traunstein in Erbpacht gab.
1467 lässt die Äbtissin von Frauenchiemsee zum Bau der dortigen Kirche "Ruhpoldinger Marmor" verwenden, der also damals schon bekannt und begehrt war. 1535 erbaute Herzog Wilhelm IV hier ein Jagdschlösschen und 1570 sein Nachfolger Albrecht V ein Forsthaus.
1619 wurde die Saline Traunstein eröffnet, der Kurfürst Maximilian 1628 die hiesigen Waldgebiete zuteilte und dem Salz- und Wassermeisteramt Traunstein unterstellte. Das Holz wurde auf den Triftbächen nach Traunstein gebracht, eine Strasse von dort bis zur Triftklause am Ferchensee entstand 1645. Die damalige Triftmeisterwohnung befand sich im heutigen Gasthaus Seehaus.
Der Holzeinschlag und dessen Verwertung war jahrhundertelang eine Hauptererwerbsquelle der Bauern in Miesenbach.
Nach den Schrecken des 30-jährigen Krieges und der Erbfolgekriege des 18. Jhdt., die unser Tal jedoch nicht direkt berührten, konnte am 21. Juli 1754 Bischof Franz Truchsess von Chiemsee nach 20jähriger Bauzeit die neue St. Georgskirche einweihen. Diese wunderschöne Kirche steht noch immer und ist mit Recht der ganze Stolz von Ruhpolding.
1811 wurde Ruhpolding eine selbständige Pfarrei. Ein Lehrer ist seit 1738 erwähnt, ein Schulhaus wurde erst dagegen 1821 errichtet.
1835 besuchte der damalige Kronprinz von Bayern, Maximilian, Ruhpolding. Im gleichen Jahr wurde der letzte Bär im Miesenbacher Tal erlegt. "Dem Verkehr erschlossen" wurde Ruhpolding 1845, als "einmal wöchentlich" ein Stellwagen nach Traunstein verkehrte. _______________________________________________________________________
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Ruhpolding ist eine der grössten Gemeinden von Oberbayern und schliesst die folgenden Orte (jetzt natürlich: Ortsteile) mit ein:
Aschenau, Au, Bacherwinkel, Bärngschwendt, Bibelöd, Blicken, Bojern, Brand, Brandl, Brandlberg, Brandstätt, Buchschachen,
Egg, Eisenberg, Endsee, Fritz am Sand, Froschsee, Fuchsau, Fuchswiese, Geiern, Gnaig, Grashof, Gruttau, Gstatt, Guglberg, Hadermarkt, Hallweg, Haßlberg, Hinterpoint, Hinterreit, Hocherb Alm, Hutzenau, Infang, Knogl, Labenbach, Laubau, Lohen,
Maiergschwendt, Mitterwegen, Mühlwinkl, Neustadl, Niedervachenau, Obereben, Obergschwendt, Oberhausen, Ort, Plenken, Point, Ramsen, Ramsler, Rauchenbichl, Reiten, Ried, Schürzbichl, Schwaig, Seehaus, St. Valentin, Stadler, Steinberg, Steinbergalm,
Stocking, Stockreit, Sulzen, Untereben, Urschlau, Vorderbrand, Vordermiesenbach, Waich, Wasen, Weingarten, Widdmoos, Wiesen, Zell und Zwickling.
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